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Eigenstaatlichkeit
Nach Beendigung des britischen Mandates am 14. Mai 1948 proklamierte das
jüdische Volk die Errichtung des Staates Israel in dem ihm durch den
Teilungsplan der Vereinten Nationen (1947) zuerkannten Gebiet. Weniger als 24
Stunden später drangen die Ammeen fünf arabischer Länder in den
neuen Staat ein und lösten damit Israels Unabhängigkeitskrieg aus,
der- mit Unterbrechungen-länger als ein Jahr geführt wurde. Bis Juli
1949 wurden zwischen Israel und jedem der arabischen Anrainerstaaten getrennte,
auf den Feuereinstellungslinien basierende Waffenstillstandsabkommen
unterzeichnet.
In der Erklärung zur Errichtung des Staates Israel heißt es:
"Israel bietet allen Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum
Frieden und zu guter Nachbarschaft". Dieser Aufruf, von allen israelischen
Ministerpräsidenten wiederholt, wurde entweder hartnäckig ignoriert
oder zurückgewiesen. Terroristische Überfälle durch Araber auf
israelische Siedlungen wurden fortgesetzt. Dies geschah mit Unterstützung
und Förderung der arabischen Staaten, die außerdem einen
wirtschaftlichen und diplomatischen Boykott einleiteten, internationale
Wasserstraßen für die israelische Schiffahrt blockierten und offenen
Krieg provozierten: 1956 und 1967 reagierte Israel auf die vorsätzlichen
Provokationen mit Präventivschlägen; 1973 wehrte Israel einen von den
arabischen Nachbarstaaten an drei Fronten gleichzeitig begonnenen
Großangriff ab. 1982 begann es mit Operationen gegen Stützpunkte von
Terrorkommandos der PLO (Palästinensische Befreiungsorganisation) im
südlichen Libanon, die Ausgangspunkt für Terroranschläge auf die
Zivilbevölkerung Nordgaliläas waren.
Die Kette ständiger Zurückweisungen wurde durch den Besuch des
ägyptischen Präsidenten Anwar Sadat unterbrochen, der im November 1977
Jerusalem auf Einladung von Ministerpräsident Menachem Begin besuchte.
Dieser Besuch mündete in Verhandlungen, die am 26. März 1979 zur
Unterzeichnung des Friedensvertrages zwischen Ägypten und Israel
führten sowie zur Formulierung des Camp David - Abkommens, in dem man sich
auf Rahmenbedingungen für einen Frieden im Nahen Osten einigte und
Vorkehrungen für die Zukunft von Judäa, Samaria und Gaza traf
(Gebiete, die 1967 im Sechs-Tage-Krieg unter israelische Kontrolle geraten
waren). Am 30. Oktober 1991 wurde eine Nahostfriedenskonferenz in Madrid
einberufen, die Vertreter Israels, Syriens, des Libanons, Jordaniens und der
Palästinenser zusammenbrachte. Der formalen Eröffnung folgten
bilaterale Verhandlungen zwischen den Parteien und multilaterale Gespräche
über regionale Fragen.
Ein bedeutender Durchbruch war die Prinzipienerklärung (September
1993), die von Israel und der PLO (als Repräsentantin des
palästinensischen Volkes) unterzeichnet wurde und in der die Regelungen
für eine Selbstverwaltung der Palästinenser in der West-Bank und im
Gaza-Streifen umrissen werden. Ein erster Schritt war die Errichtung der
Selbstverwaltung im Gaza-Streifen und in der JerichoRegion (1994).
Ein weiterer Schritt zur Annäherung in der Region war gemacht, als
König Hussein und Ministerpräsident Rabin im Garten des Weißen
Hauses öffentlich Hände schüttelten (25. Juli 1994) und den seit
46 Jahren anhaltenden Kriegszustand zwischen Israel und Jordanien für
beendet erklärten. Darauf folgte ein Friedensvertrag, der von den
Ministerpräsidenten Majali und Rabin am 26. Oktober 1994 am
Arawa-Grenzübergang, unterzeichnet wurde. Damit wurde Jordanien das zweite
arabische Nachbarland, das mit Israel Frieden geschlossen hat.
Der Fortschritt im Friedensprozeß hat auch im Hinblick auf die
Beziehungen Israels mit anderen arabischen Ländern "das Eis gebrochen".
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