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Die Zeiten jüdischer Selbstverwaltung (538 v.d.Z.-60
v.d.Z.)
Nach der Eroberung des babylonischen Reiches durch die Perser 539 v.d.Z.
kehrten viele Juden nach Juda zurück, der Tempel in Jerusalem wurde neu
erbaut und das jüdische Leben im Lande wiederhergestellt. In den folgenden
vier Jahrhunderten erfreuten sich die Juden eines hohen Maßes an Autonomie
unter persischer und hellenistischer Vorherrschaft. Spätere Maßnahmen
der herrschenden Seleukiden zur Unterdrückung jüdischer Religion und
jüdischer Bräuche führten schließlich zum Makkabäer
(Hasmonäer) Aufstand (168 v.d.Z.). Ihm folgte die Errichtung eines
unabhängigen jüdischen Königreichs unter jüdischen
Königen der Hasmonäer Dynastie, die ungefähr 80 Jahre Bestand
hatte.
Fremdherrschaft (60 v.d.Z.-1948).
Nach 60 v.d.Z. geriet das von politischen Streitigkeiten geschwächte
Land zunehmend unter römische Herrschaft. Ein Versuch, sich vom
römischen Joch zu befreien, führte zu einer Reihe jüdischer
Aufstände, die ihren Höhepunkt in der Revolte von 66 d.Z. erreichten.
Nach vier Jahren immer wieder auflebender Kampfhandlungen fiel Judäa
(Juda), der Zweite Tempel wurde bis auf die Grundmauern niedergebrannt und viele
Juden wurden des Landes verwiesen (70 d.Z.). Ein letzter Widerstand gegen die
Römer von etwa 1 000 Juden, der 73 d.Z. in der Bergfestung Massada mit dem
Massenselbstmord der Verteidiger endete, wurde zum Symbol der Freiheit des
jüdischen Volkes im eigenen Land.
Unter römischer (70-313) und byzantinischer (313-636) Hegemonie
erhielt die jüdische Bevölkerung des Landes ihre Institutionen auf den
Gebieten des Rechts, der Erziehung und der Kultur aufrecht und setzte deren
Entwicklung weiter fort. Die sich mit allen Aspekten des Lebens befassende
jüdische Gesetzgebung wurde in der Mischna (2. Jahrhundert) kodifiziert und
im Talmud (3.-5. Jahrhundert) ausführlich erläutert. Diese Gesetze,
von denen einige in späteren Zeiten den veränderten Voraussetzungen
angepaßt wurden, sind noch heute für gläubige Juden verbindlich.
Ein weiterer Versuch der Juden, ihre nationale Souveränität
zurückzugewinnen (Bar-Kochba-Aufstand, 132 d.Z.), führte zur
Errichtung einer unabhängigen jüdischen Enklave in Judäa mit
Jerusalem als Hauptstadt. Drei Jahre später schlugen die Römer
Bar-Kochba nieder und änderten den Namen Jerusalems in Aelia Capitolina und
den des Landes in Palaestina, um dadurch die jüdische Verbindung zu dem
Land zu beseitigen.
Seit dem 7. Jahrhundert wurde das Land nacheinander von Arabem (636-1091),
Seldschuken (1091-1099), Kreuzrittem (1099-1291), Mamelucken (1291-1516),
osmanischen Türken (1517-1917) und den Briten (19181948) beherrscht. Die
Grenzen wurden Veränderungen unterzogen und der Name des Landes nach der
Laune des jeweiligen Herrschers geändert. Viele Bauten, die von den
verschiedenen Eroberem des Landes errichtet wurden, geben Zeugnis von ihrer
Anwesenheit im Lande.
Die jüdische Bevölkerung verringerte sich zwar während der
Jahrhunderte fremder Besatzung, doch die Juden blieben die ganze Zeit über
im Lande, und ihre Zahl wurde von Zeit zu Zeit verstärkt durch Juden, die
in ihre nationale Heimstätte aus Ländern zurückkehrten, in die
sie zerstreut worden waren ein Rinnsal zuerst, das Mitte des 19. Jahrhunderts zu
einem Strom wurde.
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